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„Ich kann nur strategischen Beitrag leisten, wenn ich das Business grundlegend verstehe.“

In der heutigen dynamischen Geschäftswelt ist es für HR-Abteilungen wichtiger denn je, strategische Relevanz zu erlangen. HR-Profis müssen nicht nur über traditionelle Personalaufgaben Bescheid wissen, sondern auch tief in die Geschäftsstrategien eintauchen. In diesem Interview spricht Eva, Chief People Officer bei Taxfix, über die Bedeutung von Business-Verständnis im HR-Bereich und wie Technologie und Daten die Personalarbeit revolutionieren. Ihre Einblicke sind besonders wertvoll für alle, die in der HR-Szene tätig sind und die Zukunft der Personalarbeit mitgestalten wollen.

Im Interview mit Eva Glanzer, Chief People Officer bei Taxfix.

Foto: Eva Glanzer, Chief People Officer bei Taxfix


Katharina: Eva, vielen Dank, dass du dir heute Zeit für dieses Gespräch genommen hast. Fangen wir gleich an: Was bedeutet für dich strategische Relevanz im HR-Bereich?


Eva: Strategische Relevanz bedeutet für mich, dass ich als HR-Verantwortliche das Business grundlegend verstehe. Nur so kann ich effektiven Einfluss nehmen und die HR-Strategie auf die Geschäftsstrategie abstimmen. Ich sehe die Personalstrategie als Derivat der Geschäftsstrategie. Es gibt keine gute Personalstrategie, die nicht eng mit der Geschäftsstrategie verknüpft ist.


Katharina: Das ist ein sehr spannender Ansatz. Welche Rolle spielt Technologie in diesem Zusammenhang?


Eva: Technologie spielt eine immer größere Rolle im HR-Bereich. Wir sehen bereits jetzt, dass Personalarbeit viel analytischer und datengetriebener ist als früher. KI und andere Technologien werden uns helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und mehr Self-Service-Möglichkeiten für Führungskräfte zu schaffen. Das wird HR von administrativen Aufgaben entlasten und uns erlauben, uns mehr auf strategische Aufgaben zu konzentrieren.


Katharina: Du hast erwähnt, dass HR von anderen Unternehmensbereichen wie der Produktentwicklung lernen kann. Kannst du das näher erläutern?


Eva: Absolut. Wir im HR können viel von der agilen Arbeitsweise und der iterativen Produktentwicklung lernen. Es geht darum, eng mit den Führungskräften zusammenzuarbeiten, ihre Bedürfnisse zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Dieses Co-Creation-Prinzip sorgt dafür, dass die entwickelten HR-Produkte auch wirklich genutzt und geschätzt werden.


Katharina: Welche Fähigkeiten müssen moderne People Leader deiner Meinung nach mitbringen?


Eva: Moderne People Leader müssen neben den klassischen HR-Fähigkeiten auch ein starkes Verständnis für Technologie und Datenanalyse haben. Sie sollten in der Lage sein, eine Gewinn- und Verlustrechnung zu lesen und zu interpretieren. Auch finanzielle Bildung ist wichtig, da Personalkosten oft einen großen Teil des Budgets ausmachen. Und natürlich müssen sie diplomatisch sein und gut zuhören können, um die Bedürfnisse der Organisation zu verstehen und umzusetzen.


Katharina: Was würdest du HR-Profis raten, die sich in Richtung strategische Relevanz entwickeln möchten?


Eva: Sucht den Austausch mit anderen Abteilungen, insbesondere mit den Produkt- und Technologieteams. Lernt von ihren Arbeitsweisen und versucht, diese auf HR-Prozesse zu übertragen. Beginnt mit kleinen Schritten und holt regelmäßig Feedback ein, um eure Methoden anzupassen und zu verbessern. Und ganz wichtig: Entwickelt Selbstbewusstsein. HR-Profis müssen sich ihrer Expertise bewusst sein und diese selbstbewusst vertreten.


Katharina: Zum Abschluss noch eine Frage zur Zukunft: Was glaubst du, ist die nächste große Entwicklung im HR-Bereich?


Eva: Ich denke, dass KI einen großen Einfluss auf die HR-Arbeit haben wird. Viele administrative Aufgaben werden durch KI automatisiert, was uns mehr Zeit für strategische Aufgaben gibt. Es wird darauf ankommen, diese Technologien sinnvoll zu integrieren und das HR-Team entsprechend zu schulen. Die Zukunft des HR liegt in der Kombination von technologischer Affinität und menschlichem Einfühlungsvermögen.


Katharina: Vielen Dank, Eva, für dieses aufschlussreiche Gespräch und die wertvollen Einblicke. Es war mir eine Freude, mit dir zu sprechen.


Eva: Vielen Dank, Katharina. Es war mir ebenfalls eine Freude.


 

Das ganze Interview könnt ihr euch im HR Weekly Podcast anhören.

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